Pyrolyse

Pyrolyse wird in der Urban Gardening-Szene ein Carbonisierungsverfahren genannt, bei welchem Pflanzen in Kohle umgewandelt werden. Diese Kohle wird zerstoßen und in die Erde gegeben, zusammen mit Humus/Mist, Effektiven Mikroorganismen (EM) und evtl. Gesteinsmehl. Die Kohle ist selbst kein Dünger, aber sie verfügt wegen ihrer enormen Oberfläche über eine große Wasserspeicherkapazität und reichlich Wohnraum für die Mikrorganismen. Sie ist unverzichtbarer Bestandteil der wertvollen Terra Preta. Asche hat die genannten Eigenschaften nicht.

Hier ein Beispiel, wie aus der Pflanzenkohle in einem Jahr Terra Preta entstehen kann:
www.youtube.com/watch?v=fPQM2e-_-wY

Wir haben begonnen 2016:

Pyrolyse I: erste Gehversuche mit selbstgebautem Ofen


1. Chrysantas ausgedienter Einmachkessel, eine alte Gurkendose, ein Rohr - das Material für Florians ersten Pyrolyseofen.




2. Sägespäne, Rindenmulch, Kleinholz, getrocknete Knöterichstängel vom Elzufer werden möglichst luftfrei in die Dose gepresst. Die wandert kopfüber in den Einmachkessel.





3. Außenrum um die Gurkendose wird groberes Brennmaterial luftig gesteckt, obendrauf Papier und Kleinzeugs aufgehäuft und das Ganze angezündet.




4. Wenn's schön brennt, das Ofenrohr aufsetzen. Das Innere der Gurkendose soll verkohlen, nicht verbrennen, und wird mit Wasser abgelöscht, bevor es zu Asche zerfällt.




5. Eins wird gleich klar:
Nur theoretisch erklärt ruft die Pyrolyse oft ein Gähnen hervor.
Wenn aber das Feuerle brennt, will ein jeder gleich wissen, was das ist.




6. Das Feuer will einfach nicht so recht lodern. Das langt niemals zur Herstellung der begehrten PAK-freien Aktivkohle (PAK = Polyaromatische Kohlenwasserstoffe). Das Material wird lediglich angekokelt. Es ist halt ein erster Versuch - auf jeden Fall ein großer Spaß und eine schöne erste Pyrolyse-Erfahrung, bei der wir viel lernen!




Pyrolyse II in Antjes Schwedenofen


Zuerst wird ordentlich eingeheizt. Ab 450°C sinkt die Produktion der unerwünschten polyaromatischen Kohlenwasserstoffe.




Antje füllt den Topf mit Kleintierstreu. Noch mehr im Sinne der Permakultur ist es, den Topf mit Material zu füllen, das sowieso in der Nähe ist. Auch Pappstücke wie Klopapierrollen können dabei sein. Hauptsache, dicht gestopft!




Der geschlossene Topf wird ins lodernde Feuer gestellt. Hohe Hitze ist nötig, um die Verkohlung (Karbonisierung) in Gang zu bringen.




Deutlich erkennbar sind die Flammen, die aus dem Topfinnern schlagen. Die Gase aus den Spänen verbrennen. So soll es sein!




Der Topf wird aus dem Ofen genommen, wenn er abgekühlt ist. Ablöschen mit Wasser ist bei dieser Technik nicht nötig. Der Materialschwund ist relativ gering.