die Idee

Stellt euch vor, ihr lauft durch eure Stadt. Überall findet ihr kleine Gemüse-Beete. Daneben stehen Schilder: „Pflücken und Ernten ist ausdrücklich erwünscht. Was hier wächst gehört allen - jeder darf sich mitnehmen, was ihm gefällt.“

Diese Idee begann in der Stadt Waldkirch im Jahr 2013 Wirklichkeit zu werden. Nach dem Vorbild der englischen Stadt „Incredible Edible Todmorden“ (unglaublich essbares Todmorden) übernimmt hier eine Gruppe von Paten jeweils die Verantwortung für ein Projekt in der Stadt. Zusammen wird gegärtnert, gepflegt, geerntet und gegessen. Jeder der vorbeikommt, darf mithelfen und sich etwas zum Essen mitnehmen. Die erste Essbare Stadt in Deutschland enstand 2007 in Kassel, die bekannteste wurde Andernach 2010.

In Waldkirch werden zwei unterschiedliche Formen des Urban Gardening erprobt.

  1. Variante
  2. (Schwarzwaldzoo und Elzbeete)
    JedeR darf etwas zum Naschen pflücken, auch wenn er selber nicht mitgärtnert. Die Erfahrung des ersten Gartenjahres hat gezeigt, dass ein ungutes Gefühl bei den Hauptaktiven zurück bleibt, wenn sie sich engagieren und andere ernten – ohne Energieausgleich in irgendeiner Weise. Wir arbeiten noch daran, dieses Problem zu lösen.
    Andererseits ist es eine erfreuliche Erfahrung, dass wir weder Vandalismus noch systematisches Abernten erleben. Die beiden Elzbeete, im Moment unser zentraler Garten, geben jetzt schon die ganze 2. Gartensaison über ein üppiges, reichhaltiges und blühendes Bild.

  3. Variante
  4. (z.B. Minigärtle der Kastelbergschule am Georg Scholz-Haus, Garten der Wohngruppe „Arche“)
    In diesen Gemeinschaftsgärten ernten nur die Menschen, die selber zusammen gärtnern.


WIR WOLLEN ANSTECKEND WIRKEN!

Wichtiges Fazit aus unseren bisherigen Erfahrungen:
Die wenigen Hauptaktiven können nicht alles alleine stemmen. Ziel ist ein kleiner Kern von zentralen Gärten und Projekten, die zuverlässig von einigen Hauptverantwortlichen betreut werden. Im Laufe der Zeit sollen sich weitere eigeninitiierte Projekte bilden, die sich der Idee von „Essbarer Stadt“ zugehörig fühlen. So entsteht ein nahrhafter Boden für die „Essbare Stadt Waldkirch“, auf dem sie gesund wachsen und gedeihen kann.
Beispiele für solche Projekte:

  • Beerenhecke am Roten Haus, angesteckt durch unsere Beerenhecke im Zoo
  • Minigärtle am Georg Scholz-Haus, angesteckt durch die Elzbeete



Fotos: Urban Gardening in Vancouver und Berlin

Neben dem praktischen Nutzen soll das Projekt auch zum Nachdenken über eine nachhaltige Lebensweise anregen. Die Menschen entfernen sich heutzutage immer mehr von der Natur und begreifen Nahrung nur noch als Konsumgut, nicht als Lebens-Mittel. Der dezentrale und selbstständige Anbau von Essen setzt ein Gegengewicht zu dem Massenanbau der Agrar-Riesen. So erleben die Menschen, wie es ist, wieder bewusst mit der Natur umzugehen.
Auch sozial gesehen ist das Projekt sinnvoll. Menschen aus verschiedenen Generationen und Kulturen tauschen sich aus und lernen in Workshops und Kursen voneinander. Auch für Kindergärten und Schulen bietet die „Essbare Stadt“ eine praktische Lernstätte.
Darüberhinaus wird Waldkirch als Stadt aufgewertet. Die Bürger fühlen sich besser integriert und tragen zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei.
Mit dem Projekt sind wir Teil der weltweiten „Urban Gardening“-Bewegung, die Alternativen zur heutigen Lebensweise ausprobiert. In vielen weiteren deutschen Städten arbeiten Initiativen an ähnlichen Konzepten.

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