Wurmfarm

Wir haben begonnen 2015 mit dem folgenden Aufruf zur Aktion Wurmbox, auf den sich mehrere Interessenten gemeldet haben, in deren Küchen, Kellern und Gärten jetzt viele kleine gefräßige und vermehrungsfreudige Eisenia Foetidas fruchtbarsten Wurmhumus erzeugen:

Liebe Wegbegleiter!

Jetzt könnt Ihr/können Sie selber aktiv werden!
Wir suchen Waldkircher Bürger, die bei sich zu Hause eine Wurmkiste ausprobieren möchten.
Damit kann in relativ kurzer Zeit und unkompliziert hochwertiger Humus hergestellt werden.
Den kann man dann im eigenen Garten oder in Blumentöpfen verwenden oder - noch besser -
uns spendieren zur Bodenverbesserung.

Der Sinn:

  • Ausprobieren, damit wir die Erfahrungen weitergeben können
  • statt wertvollen Bio"abfall" in die Mülltonne zu schicken, einfach wertvollen Humus selbst erzeugen (--> Permakultur-Thema "Kreisläufe schließen")
  • uns mit Humus unterstützen (Helfernetz "Essbare Stadt")


Eisenia Foetida, der rote, unersättliche Kompostwurm


die allereinfachste Wurmkiste

Hier ein kurzes Video, das den Aufbau einer Wurmbox für den kleinen Haushalt zeigt, mit
Schritt-für-Schritt-Anleitung
(Tipp: Hartmut empfiehlt, die Eisenias nicht mit anderen Würmern zu mischen!)

Unser Wurmfarmer Hartmut alias armando wandelwurm vom befreundeten Wandelgarten in Freiburg/Vauban empfiehlt:

  1. Anfangs nur wenig füttern – ca. 2cm Futterschicht genügt.
  2. Gemüse- und Obstreste möglichst klein schneiden. Vielfalt ist willkommen.
  3. Alle zwei Wochen etwas Gartenerde oder Steinmehl dünn über das Futter streuen. Würmer brauchen organisches Material und Mineralien, damit die Krümel entstehen (Ton-Humus-Komplexe).
  4. Wenn du eine Zeit lang zu viel gefüttert haben solltest, kann die Wurmfarm verschlammen - und beginnt unangenehm zu riechen. Keine Panik! Füttere bis zu einer Woche nichts mehr, löse die Verschlammung mit einem Holzlöffel behutsam auf. Dann bekommen die Würmer wieder mehr Sauerstoff und können sich wieder durch das Substrat bewegen. Mische trockene Eierkartonschnipsel und etwas Steinmehl unter, dann reguliert sich das Ökosystem von allein.
  5. Wenn deine Würmer nicht zur nächsten Ebene hochkrabbeln wollen, ist der untere Behälter noch nicht voll genug. Er muss an den Boden des nächsten Behälters direkt anschließen. Wenn er ganz voll ist, füttere die Würmer eine Woche nicht mehr, das sie die noch genug Nahrung unten finden. Erst wenn es unten zu wenig gibt, klettern sie nach oben.
  6. Die Würmer werden sich nach einiger Zeit schnell vermehren. Es werden aber nie zu viele werden, da sie Ihr Wachstum an die Größe des Behälters anpassen.
  7. Wenn das Ökosystem „Wurmfarm“ sich gut entwickelt hat, kannst du die Würmer auch bis zu einer Woche allein lassen. Gib ihnen vor deiner Abreise etwas mehr Futter Gemüsereste, aber auch Futter, das sich langsamer zersetzt (Eierkartons, Katonschnipsel). Dusche die Farm, je nach Größe, mit mehreren Liter Wasser, damit die Farm nicht austrocknet. Das Wasser rinnt durch die Farm in den Auffangbehälter, die Würmer ertrinken nicht. Sie könnten aber vertrocknen, die Gefahr könnte bei dem Terra-Cotta-Turm bestehen, dass die Feuchtigkeit leichter diffundiert. Lege eingeweichte Karton- oder Wellpappe oder eine eingeweichte Zeitung auf die obere Schicht.
  8. Den Wurmtee nutzt du am besten frisch als Flüssigdünger. Leere diesen wenigstens einmal die Woche, sonst beginnt er unangenehm zu riechen. Man kann ihn nicht aufbewahren. Mische ihn 1:10 mit Wasser. Nach 2 Wochen Anwuchszeit kannst du ihn an Jung-Pflanzen und Junggemüse geben. Er kräftigt Pflanzen, Blumen werden schöner blühen, Schädlinge und Krankheiten können besser abgewehrt werden. Sinngemäß gelten die Tipps natürlich auch für horizontale Wurmfarmen.

    Von Ihm stammen auch folgende Downloads zum Stöbern in Wurmgefilden:


    Nicoles Wurmturm aus Terra Cotta-Töpfen

    Der Terra Cotta-Turm bietet gegenüber der Plastikbox ein atmungsaktives, natürliches Klima. Allerdings trocknet er schneller aus, was ein wachsames Auge bei der Feuchthaltung erfordert.






    Foto 1 Der Turm ist oben mit Jutesack und Grillrost abgedeckt --> atmungsaktiv und Schutz vor ungebetenen Gästen
    Foto 2 Der untere Topf steht auf einem Eisengestell, unter welches sich ein Glas schieben lässt zum Auffangen des nahrhaften Wurmdüngers.
    Foto 3 Das Abflussloch im unteren Topf ist mit einem Sieb aus einem alten Espressobereiter verschlossen, damit die Würmer nicht weggeschwemmt werden.
    Foto 4 Der zweite Topf wird ähnlich befüllt wie beim Video zur Plastikbox zu sehen. Erkennbar sind hier die braune Erde mit dem frischen Wurmhumus, Garten- und Küchenabfälle sowie Schnipsel von Eierkartons und Papier.
    Foto 5 Die lichtscheuen Eisenia Foetidas am Werk
    Foto 6 Zeitgleich erzeugt Nicole auch im dritten Topf mit ihren Würmern Humus.